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Mit dem „Dorfcheck“ zu einem Konzept für Freiräume und Spielräume

Maßnahme 1: Konzept für Freiräume und Spielräume

Kinder und Jugendliche spielen, toben oder treffen sich und sind in ihrer Freizeit aktiv unterwegs. Dabei nutzen sie Flächen im öffentlichen Raum. Manchmal sind das Flächen, die als Spielplätze geplant wurden. In vielen Fällen handelt es sich aber um andere Plätze und Orte, die von Kindern und Jugendlichen wegen verschiedener Anreize gerne genutzt werden.

Die Erstellung eines Konzeptes für Freiräume und Spielräume sollte angelehnt an die sogenannte Spielleitplanung erfolgen. Hierbei untersuchen Kinder und Jugendliche Flächen und Orte, zum Beispiel Spielplätze und Freiflächen, die sie zum Spielen und zum Aufenthalt nutzen. Die Ergebnisse werden gemeinsam mit Kindern und Jugendlichen analysiert und in eine Übersicht aufgenommen. Solche ein Konzept soll Aussagen zur Sicherung, Weiterentwicklung und Schaffung von Spiel- und Aufenthaltsräumen geben. Treffpunkte für Jugendliche sollen mit Jugendlichen weiterentwickelt werden. Bei der Umsetzung konnte auf eine unterstützende Förderung durch den Länderfonds „Kinder stärken“ des Deutschen Kinderhilfswerks und des Landes Niedersachsen sowie eine Unterstützung durch den Landkreis Hildesheim zurückgegriffen werden.

Konkret hat die Jugendpflege der Gemeinde Algermissen im Sommer 2020 gemeinsam mit dem Planungsbüro stadt.menschen.berlin das Veranstaltungsformat Dorfcheck entwickelt. Dabei wurden altersspezifisch unterschiedliche Interessenlagen berücksichtigt und ein entsprechendes Veranstaltungsformat entwickelt. Im ersten Teil des Tages fand eine Veranstaltungsteil für Kinder im Alter von sechs bis zwölf Jahren statt, am Nachmittag folgte ein Termin für Jugendliche von 13 bis ca. 20 Jahren.

Kinder und Jugendlichen checken ihr Dorf

Am Anfang wurden die Fragestellungen des Dorfchecks zu den vorgegebenen Themen tolle Orte, Naturorte, Bewegung, Verkehr und doofe Orte besprochen. Während des anschließenden Recherche-Rundgangs durch die Ortschaft legte jede Kleingruppe fest, welche Plätze sie anlaufen und welche Route sie dabei zurücklegen wollte. Mithilfe von digitalen Programmen auf Tablets, die jede Gruppe ebenso verwenden konnte, wie Stifte, Papier und Ortskarten – dokumentierten die Kinder wichtige Orte und Erklärungen. Beides konnte später zusammen mit den ebenfalls erstellten digitalen Fotos zusammengebracht und in Karten übertragen werden.

So entstanden später Karten von Ortschaften, in denen viele verschiedene Hinweise gesammelt wurden, die jeweils eine GPS-Koordinate, ein Foto und Erklärungen beinhalteten. Nach einer gemeinsamen Mittagspause und Spielaktionen im Außenbereich legten jede Kleingruppen fest, welche Ergebnisse sie als besonders relevant einstufte. So wurden die Ergebnisse zu den festgelegten Themen tolle Orte, Naturorte, Bewegung, Verkehr und doofe Orte in eine erste Hierarchie gebracht. Zusätzlich gaben die Gruppen auch Ideen zur Weiterentwicklung ab. Zum Abschluss des Dorfchecks stellten die verschiedenen Gruppen ihre priorisierten Ergebnisse vor, um im Anschluss alle Ergebnisse gemeinsam zu bewertet. Der Ortsbürgermeister oder eine Vertretung des Ortsrates wurde in diesen Prozess ebenfalls eingebunden, um die Informationen und Ergebnisse nachhaltig in die Entwicklung des Ortes einzubinden.

Zum zweiten Teil des Dorfchecks waren am späten Nachmittag dann Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 13 und 20 Jahren eingeladen. Hier wurde gemeinsam am Grill überlegt und auf dem Ortsplan gezeigt, welches die Treffpunkte und Plätze sind, an denen sich Jugendliche gerne aufhalten. Erklärungen wie zum Beispiel „hier kann man sich unterstellen, wenn es regnet“ machten die Qualitäten des jeweiligen Ortes nachvollziehbar. So konnten Kritikpunkte ebenso aufgenommen werden wie Weiterentwicklungsideen.

Ergebnisse verifizieren, analysieren und verarbeiten

Alle Rückmeldungen von Kindern und Jugendlichen erfasste das Planungsbüro und erstellte daraus sowohl Übersichten im jeweiligen Ortsplan als auch Tabellen für die einzelne Ortschaft. Die entstandenen Empfehlungen wurden mit dem Bauamt, der Verwaltungsspitze im Rathaus sowie mit den Kindern und Jugendlichen bei jeweils ortschaftsspezifischen „Rückkoppelterminen“ gemeinsam diskutiert.

Was geht und was geht gar nicht? Zur Nachhaltigkeit des Konzeptes

Übergreifende Themen wurden gleich in mehreren oder allen Ortschaften genannt:

  • Vor allem das Thema „Verkehr“ ist in den Ortschaften zeitnah zum Thema geworden. Diskussionen um eine Temporeduzierung und Querungshilfen wurden von den politischen Akteuren neu aufgenommen und weitergeführt.
  • Naturorte und Flächen am Ortsrand sind zum Spielen für Kinder und zum Aufenthalt für Jugendliche wichtige Rückzugsmöglichkeiten. Hier wird sich für den Erhalt der Plätze eingesetzt.
  • Die vorhandenen mobilen Skaterampen wurden als wichtiges Thema in der Freizeit benannt. Dies soll bei der Planung der weiteren Stellplätze der mobilen Rampen berücksichtigt werden.

Kleine Mikroprojekte haben sich aus den Rückmeldungen der Kinder und Jugendlichen sowie den Empfehlungen ergeben.

Das gesamte Ergebnis des Dorfchecks gibt es als Download (siehe rechts).

http://www.kinderfreundliche-kommunen.de

Kontakt

Sophie Berndt »
Fachdienst Kinder, Jugend, Familie
Jugendpflege, Kinderfreundliche Kommune
Marktstraße 7
31191 Algermissen
Telefon: 05126 9100-15
Fax: 05126 9100-91
E-Mail oder Kontaktformular
Sönke Deitlaff »
Fachdienst Kinder, Jugend, Familie
Fachdienstleiter
Marktstraße 7
31191 Algermissen
Telefon: 05126 9100-14
Fax: 05126 9100-91
E-Mail oder Kontaktformular

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